Vögel, Fledermäuse und Windparks

Sind Windparks vogelverträglich?

Die Antwort lautet "nicht immer", denn negative Auswirkungen von Windenergieanlagen auf Vögel sind durch verschiedene Studien belegt. Die Hauptrisiken liegen in der Kollisionsgefahr und in einer Veränderung des Lebensraums. Von der Kollisionsgefahr sind Zugvögel und grosse Vögel, namentlich segelfliegende Arten wie Greifvögel und Störche, besonders betroffen. Vögel können mit Rotorblättern und Masten von Windenergieanlagen kollidieren, beim Vorbeifliegen in einen Sog geraten oder durch Wirbel der Rotoren zu Boden geschleudert werden (vogelwarte.ch).

Rotmilane in Wuppenau

Rotmilane ziehen mit wieherndem Trillern ihre Schleifen auch über Wuppenau und Braunau. Sind wir im Garten, sehen wir die schönen Vögel über unseren Köpfen kreisen. Bei genauerem Hinsehen stellen wir fest, dass sie uns beobachten. Die drei Rotmilanbilder hier sind direkt vor unserem Haus in Wuppenau entstanden. Ob dieser Milan uns kennt?



Rotmilanbestand weltweit

Während sich bei uns in der Schweiz der Rotmilan-Bestand in den letzten Jahren vergrössert hat, ging er in den Hauptverbreitungsgebieten Spanien, Frankreich und Deutschland zurück. Der europäische Bestand und damit zugleich der Weltbestand des Rotmilans ist langfristig rückläufig (BirdLife International 2015). In der Schweiz leben mittlerweile 10 % aller Rotmilane weltweit. Unser Land trägt deshalb eine hohe Verantwortung für diese Vogelart.

Nahrung und Brut

Rotmilane brüten in lichten Wäldern und jagen in offenen Landschaften in der Ebene und in Hügelgebieten. Sie durchstreifen auf ihrem Suchflug die Landschaft in eher geringer Höhe, ihre Beute sind Kleinsäuger, Vögel, Aas und Würmer. Jedes Frühjahr bauen sie ihre Horste in kräftige Nadelbäume an ruhigen Stellen im Wald. Pro Jahr zieht ein Rotmilanpaar lediglich drei Jungtiere auf. Deshalb können regelmässige Verluste von nur wenigen Tieren den Rotmilanbestand gefährden.


Rotmilan und die Windräder

Leider sind die Rotmilane nicht kompatibel mit der Windenergie. Auch lassen sie sich nicht von den Windrädern vertreiben. Im Gegenteil: In der Nähe der Windkraftanlagen finden sie erschlagene Vögel und Fledermäuse. Durch das Einsammeln der toten Tiere gefährden sie sich jedoch selber. Die Rotorblätter der grossen Windkraftanlagen erreichen an den Spitzen Geschwindigkeiten von über 300 km, ihr Schlag verletzt die Rotmilane und andere Vögel tödlich.

Vertreter der Windindustrie behaupten, dass nur wenige Rotmilane Opfer von Windrädern geworden seien, liessen sie doch die Standorte regelmässig nach Opfern absuchen. Aber welches tote Tier bleibt schon lange am Boden liegen? Zudem werden erschlagene Vögel in hohem Bogen weggeschleudert oder sie fliegen noch kurze Zeit weiter und landen schliesslich weitab vom Windradmast. Die ganze Fläche abzusuchen, vor allem in Ackerbauflächen, ist unmöglich. Jedenfalls haben die Rotmilanbestände in ganz Norddeutschland, wo der Ausbau der Windenergie weit fortgeschritten ist, parallel zum Windernergieausbau abgenommen (NABU Rotmilan und Windenergie –ein Faktencheck)


Fledermäuse und Windparks


In unserer Region leben 20 Fledermausarten. Die meisten sind selten und kaum bekannt.

Hier im Bild sehen Sie ein Grosses Mausohr mit einer Flügelspannweite von 40 cm. In der Abenddämmerung und in der Nacht jagt es nach Insekten.

Tagsüber bilden Fledermausweibchen sogenannte Wochenstuben. Diese bestehen zum Teil aus mehreren hundert Weibchen. Jedes Weibchen bringt dort pro Jahr ein einzelnes Junges zur Welt.

Fledermäuse sind mobil

In den Jahren 1991 und 1993 wurden Weibchen einer Wochenstube in der evangelischen Kirche Oberglatt in Flawil mit Sendern ausgerüstet. Es zeigte sich, dass Fledermäuse dieser Kolonie in den Wäldern von Wuppenau Insekten jagten. Fledermäuse fliegen also durchaus jeden Tag viele Kilometer weit, um zu ihrem Futter zu kommen.

Neue Studie zu Auswirkungen der Windenergie auf Fledermäuse

Leider kommen Fledermäuse immer wieder an Windrädern zu Tode. Vor allem im freien Luftraum jagende und ziehende Arten sind kollisionsgefährdet. 

Beim Tod an Windrädern wird ein Teil der Fledermäuse von den Rotorblättern erschlagen, ein anderer Teil fällt einem Barotrauma zum Opfer: Bedingt durch Verwirbelungen und den Druckabfall hinter den Rotorblättern platzen die Lungen und inneren Organe der Fledermäuse und sie sterben nach kurzer Zeit. Hochrechnungen gehen davon aus, dass bis zu 250.000 Tiere jährlich an deutschen Windenergieanlagen verunglücken (NABU). 

Fledermäuse werden von Windrädern direkt angezogen

Forscher vom Leibnitz-Institut in Berlin haben mehrere Grosse Abendsegler mit GPS-Loggern ausgerüstet. Das Resultat: Tatsächlich scheinen die Fledermaus-Weibchen im Frühsommer von den riesigen Anlagen regelrecht angezogen zu werden. Auch fliegen sie genau auf der Höhe der Rotorblätter. Verwechseln sie die Windräder mit Bäumen?

Auch bei diesem Versuch waren die Fledermäuse sehr mobil: Weibchen flogen oft 30 km weit, Männchen 15 km.

Da Fledermäuse jedes Jahr immer nur ein Junges aufziehen, können sie Verluste durch Windräder nur schwer wettmachen.

Daraus folgt: Keine Windräder in Gebieten mit Fledermäusen. 

In Wuppenau sind Fledermäuse nicht nur in der Nähe von Gebäuden zu beobachten, sondern auch im Wald, wo sie Insekten jagen.